Öffentlicher Anzeiger Bad Kreuznach

Nanette Scriba präsentiert im Schlossparkmuseum eine Malerei-Ausstellung mit dem Titel „Unterwegs im Licht“, inspiriert von ihrer Reise nach Maio. Ihre 30 Werke fangen die Inselatmosphäre mit lebendigen, farbenfrohen Darstellungen ein. Die Künstlerin verbindet in ihren Bildern und Chansons poetische Momente, was auch in ihrer neuen CD mit Kapverdischen Liedern zum Ausdruck kommt.

Die Gelassenheit des Südens eingefangen

Nanette Scriba stellt Zyklus von 30 Bildern aus

BAD KREUZNACH. Das ist für viele Bewunderer der Chansonnette Nanette Scriba sicherlich neu: Die eher für ihre frechen Lieder bekannte Songpoetin malt auch – und zwar so, wie sie singt. Klar, ausdrucksstark, beschwingt und vielseitig wirken ihre Bilder. Im Schlossparkmuseum wurde am Sonntag eine Ausstellung mit einem Zyklus von 30 Werken eröffnet, der unter dem Titel „Unterwegs im Licht“ steht.

Die Inspiration dazu bekam Nanette Scriba während einer Reise auf die Kapverdische Insel Maio. Anmut, Natürlichkeit und Nonchalance der Bewohner, aber auch das strahlende Insellicht beeindruckten sie. Auf der Insel wandelte sie gemeinsam mit dunkelhäutigen Menschen auf den „Spuren des Lichts“ und hat Momente des Alltags mit dem Pinsel eingefangen, spielende Kinder, junge Frauen, die ihre Last auf dem Kopf tragen, Fischer, die ihre Arbeit ruhig verrichten, Frauen im Gespräch auf dem Balkon, Die Szenen drücken südliche Gelassenheit voller Poesie und heiterer Stimmung aus. Auch die Stille der Insel und die innere Ruhe der Bewohner bringt Nanette Scriba zum Ausdruck.

Die Künstlerin hat sich ein eigenes Bild von der exotischen Insel gemacht, Sie mischt Fantasie und Wirklichkeit ineinander und bringt Augenblicke voller Poesie aufs Büttenpapier. Der Hintergrund der Bilder ist eher angedeutet und scheint in eine Flut von Helle und eine Fülle von schimmerndem Licht getaucht zu sein. Im Vordergrund sind figürliche, farbintensive Darstellungen zu sehen, wobei sich die perspektivischen Konturen im Licht des Südens aufzulösen scheinen.

Die Mainzer Galeristin Gabriele Lehnert gab in ihren einführenden Worten den Tipp, sich in diese sonnige Welt hineinzuversetzen, um dann den poetischen Augenblick in den Bildern zu entdecken. Nanette Scriba verriet, dass die Brücke zwischen ihren Chansons und den Bildern die magischen Momente seien, die man mit einem Gespür für Zwischentöne wahrnehmen könne. Auf diese Entdeckungstour nahm sie das Publikum mit: Es erklangen zwei Kapverdische Lieder von ihrer neuen CD „Unterwegs im Licht“, gemischt mit südamerikanischen und karibischen Elementen.

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    von Inken Paletta

    „Meine vier Geschwister und ich sind mit
    Chormusik, Instrumenten und Kunst auf-
    gewachsen, denn mein Vater war Kantor und
    Organist an der Mainzer Johanniskirche, meine
    Mutter eine leidenschaftliche Malerin“, erzählt
    Scriba. Während ihrer Schulzeit am Rabanus-
    Maurus-Gymnasium in Mainz lernte sie Geige
    und brachte sich selbst das Gitarrespielen bei.
    Ihre Leidenschaft für französische Chansons
    entstand während mehrerer Familienurlaube in
    Südfrankreich. „Mit der Zeit habe ich mir ein
    großes Repertoire an Chansons, zum Beispiel
    von George Brassens oder Catherine Le Fores-
    tier, angeeignet und bin damit auch öffentlich
    aufgetreten“, erzählt sie. Nach dem Abitur be-
    gann Scriba ein Studium der Kunsterziehung
    und Kunstgeschichte an der Universität Mainz
    und startete parallel auch als Chansonsängerin
    durch. Neben französischen Chansons hat es ihr
    auch die Musik von Singer-Songwritern wie
    Paolo Conte, Leonard Cohen oder Suzanne Vega
    angetan. „Außerdem haben mich die ironisch-
    frechen Songs von Nina Hagen inspiriert. Ihre
    Songs zu interpretieren, war für mich als Kanto-
    rentochter, aber auch als Musikerin ein Befrei-
    ungsschlag“, erzählt sie schmunzelnd.

    Poesie verpackt in Musik

    Ihr erstes Album mit französischen Chansons er-
    schien 1981. Ein Jahr später gewann sie beim
    weltweit ausgeschriebenen Chansonwettbewerb
    der Alliance Francaise in Paris in der Kategorie
    Europa den ersten Preis. Mit der Zeit wuchs in ihr
    der Wunsch, sich auch deutschsprachigen Texten
    zu widmen und einen eigenen Stil zu entwickeln.
    Sie begann deutsche Lyrik und Gedichte zu verto-
    nen. Später fasste sie den Mut, eigene Songs zu
    schreiben. „Deutsche Texte sind sperrig. Sie zum
    Klingen zu bringen und den Esprit der französi-
    schen Chansons zu transportieren, war anfangs
    eine Herausforderung“, erinnert sie sich. Musika-
    lisch kombiniert Scriba gerne verschiedene Stile:
    So treffen poetische Chanson-Einflüsse auf Pop
    und Jazz. „Meine Lieder handeln von dem, was
    ich erlebt habe. Sie erzählen von magischen Mo-
    menten, skurrilen oder faszinierenden Begeg-
    nungen, aber auch von Melancholie oder weni-
    ger schönen Dingen.“ Gerne spielt Scriba in ihren
    Songs auch mit Humor und Ironie. „Mein Lied
    über die Schickis nimmt beispielsweise die Pro-
    miwelt auf die Schippe“. Nach einem Kontaktstu-
    dium der „Popularmusik“ an der Musikhochschu-
    le Hamburg folgten erste Auftritte im deutschen
    und ausländischen Fernsehen, zum Beispiel 1994
    in einer großen chinesischen Fernsehshow. Ein
    Jahr später strahlte das polnische Fernsehen ein
    halbstündiges Special über sie aus. Ihre Version
    der Barockarie „Cold Song“ schaffte es sogar
    schon als Hintergrundmusik, neben Songs von
    Sting, Klaus Nomi und Sindad O’Connor, in eine
    Tatort-Folge und wurde 2014 bei der Präsentati-
    on der Herbst-Winter-Kollektion von Dominic
    Louis auf der New York Fashion Week verwendet.
    Mit dem Sänger und Pianisten Dirk Raufeisen
    stand Scriba zudem als Duo auf der Bühne und
    veröffentlichte drei Alben, darunter das Album
    „Mit brennender Geduld“ (2001). Außerdem trat
    sie mit ihrer Band auf, zu der neben Raufeisen
    auch die Musiker Dirko Juchem (Saxophon) und
    Tobias Schirmer (Schlagzeug) gehörten.

    Die Kapverden als Inspirationsquelle

    Auf die Kapverden, eine Inselgruppe im Atlanti-
    schen Ozean, verschlug es Scriba im Jahr 2005
    hingegen eher zufällig. „Mein Mann und ich ver-
    bringen den Winter gerne in wärmeren Gefil-
    den.“ Inzwischen ist die kapverdische Insel Maio
    ihr zweites Zuhause. Die restliche Zeit lebt sie
    auf einem Weingut in Wiesbaden-Frauenstein
    im Rheingau. „Das besondere Licht, die Farben
    und die Anmut der Menschen auf den Kapver-
    den haben mich begeistert und motiviert, wie-
    der Pinsel und Farbe in die Hand zu nehmen.
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    lerei“, verrät Scriba. Am liebsten malt sie an ih-
    rem großen Tisch mit Blick aufs Meer, anfangs
    mit Aquarellfarben. Heute bevorzugt sie Acryl.
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    ren werden dadurch plastischer. Der Hinter-
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    nen Fotografien, die sie auf ihren Streifzügen
    über die Insel sammelt. Doch die Kapverden bie-
    ten nicht nur ein paradiesisches Bild, erklärt sie.
    „Viele Menschen außerhalb der Hauptstadt le-
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    dagegen sind meist perfekt gestylt und haben
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    ich in meiner Malerei ebenso festhalten, wie die
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  • Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach

    Nanette Scriba, bisher als Chanson-Sängerin bekannt, zeigt im Schlossparkmuseum ihre Aquarelle vom Leben auf den Kapverden, geprägt von starkem Licht und Farben, die bis zum 12. August die Anmut und das Alltagsleben der Inselbewohner einfangen. Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach vom: 19.07.2007 Flüchtige Momente aufspüren Nanette Scriba hat von ihren Eltern gleich zwei künstlerische Begabungen geerbt….