Mainzer Rhein-Zeitung

Mainzer Sängerin zeigt Aquarelle im Frankfurter Hof und in der Altstadt Galerie Lehnert – Motive von den Kapverdischen Inseln. Nanette Scriba, bekannt als Sängerin, stellt ihre Aquarelle aus, inspiriert von der Landschaft und dem Licht der Kapverdischen Inseln. Ihre Werke feiern das lebendige Alltagsleben und die Kultur der Inselbewohner, mit einem Fokus auf menschliche Figuren und flüchtige Momente.

Das Exotische inspiriert Nanette Scriba zum Malen

Mainzer Sängerin zeigt Aquarelle im Frankfurter Hof und in der Altstadt Galerie Lehnert - Motive von den Kapverdischen Inseln

MAINZ. Nanette Scriba kennt man bislang vor allem als Sängerin. Das könnte sich ändern, denn was nur wenige wissen: Die Mainzerin hat Kunsterziehung studiert und malt Aquarelle. Nach einer längeren Pause hat Scriba die Lust an der Malerei wieder gepackt, als sie Anfang 2006 für zweieinhalb Monate auf der kapverdischen Insel Maio lebte. Dabei entstanden 26 Aquarelle, die ab morgen erst im Frankfurter Hof und dann in der Altstadt Galerie Lehnert ausgestellt sind.

„Das unglaublich helle Licht und der Farbrausch auf den Kapverden haben mich überwältigt“, erzählt Scriba. Schwarze Menschen, knallbunte Kleider, bemalte Häuser dieser Farbinput musste verarbeitet werden.“ Vor allem die Menschen in dem afrikanischen Inselstaat haben es der Künstlerin angetan. Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie von ihrer Anmut, Gelassenheit und Fröhlichkeit spricht. Anders als in den frühen Werken, in denen Scriba kubistische, fast abstrakte und menschenleere Landschaften malte, stehen nun Menschen im Vordergrund. „Figurativ malen ist für mich absolutes Neuland“, berichtet sie, die ihre Eindrücke mit einer Digitalkamera festhielt. „Ich wollte unbeobachtete Momente erhaschen und die Menschen im Alltag zeigen.“

Das Bild „porta vermelha“, zu Deutsch „rote Tür“, zeigt ein dunkelhäutiges Mädchen, das in einem roten Kleid in sich versunken die Straße entlangläuft. Der Hautton des Mädchens ist kräftig, die Figur wirkt plastisch. Körperhaltung und Gestik sind exakt ausgearbeitet, die Bewegung und Körperlichkeit werden spürbar. Das Mädchen läuft nach links, fast scheint es, als würde sie aus dem Bild hinauslaufen. Als Gegenpol auf der rechten Seite ist eine Tür in einem ebenso knalligen Rot wie das Kleid. Die Bildmitte ist fast leer, im Hintergrund ist eine Häuserwand aus zarten Rot- und Brauntönen angedeutet, dazwischen viel Papierweiß für das gleißende Licht, in dem sich die Straßen und Häuser fast aufzulösen scheinen.

„Möglichst früh aufhören und weglassen“, war Scribas Devise bei dem Bilderzyklus. Das Ergebnis sind Bilder, die zugleich zart, ausdrucksstark und eindrücklich sind. Scriba bildet nicht ab, sondern verdichtet Szenen, spürt die flüchtigen, magischen Momente voller Poesie auf und schafft ihre eigene Realität.

Scriba, die ihr Alter nicht verraten will, damit die Leute weiter ihren Spaß am Rätseln haben“, kam als Tochter des Mainzer Kantors Hanswolf Scriba und einer Malerin früh mit den Künsten in Berührung. Sie hat 17 Jahre im Chor des Vaters gesungen, Geige und Gitarre gelernt. Dass sie Kunst studieren würde, war für Scriba „sonnenklar“. Der Alltag an einer Schule schreckte sie jedoch ab, und so wählte sie eine Karriere als Sängerin und Songpoetin mit bislang neun veröffentlichten CDs.

Ob in Zukunft die Musik oder die Malerei ihr Leben bestimmen, weiß Nanette Scriba noch nicht. Im Moment ist es die Malerei, aber ich plane nicht und habe mir immer den Luxus gegönnt, aus Begeisterung heraus zu arbeiten.“ Scriba will nächsten Winter wieder auf die kapverdischen Inseln fahren. „Das wird in den nächsten Jahren mein Thema bleiben“, sagt sie. „Da gibt es noch viel zu erkunden, und ich brauche den Reiz des Exotischen, um kreativ zu werden.“
Anna Altfelix

Vernissage ist am Samstag, 21. April, um 18 Uhr im Frankfur- ter Hof. Scriba singt dabei zwei kreolische Lieder. Bis 24. April sind die Bilder dort täglich von 14 bis 18 Uhr zu sehen und vom 25. April bis 22. Mai in der Alt- stadt Galerie Lehnert: Dienstag bis Freitag, 11 bis 18.30 Uhr, Nanette Scriba mit ihren Aquarellen. Foto: Rüdiger Mosler und Samstag, 11 bis 15 Uhr.

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    und Jazz. „Meine Lieder handeln von dem, was
    ich erlebt habe. Sie erzählen von magischen Mo-
    menten, skurrilen oder faszinierenden Begeg-
    nungen, aber auch von Melancholie oder weni-
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    Songs auch mit Humor und Ironie. „Mein Lied
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