Mainzer Rhein-Zeitung

In der Altstadt Galerie Lehnert in Mainz eröffnen die Künstlerin und Sängerin Nanette Scriba und Charly-Ann Cobdak eine faszinierende Ausstellung unter dem Motto „Movimento“, in der Scribas ausdrucksstarke Aquarelle und Acrylbilder, die Ruhe und Anmut ausstrahlen, den humorvollen und ironischen „Low Tech“-Instrumenten Cobdaks gegenüberstehen, wodurch ein beeindruckendes Zusammenspiel von künstlerischer Vielfalt und thematischer Tiefe entsteht.

Ausstellung Nanette Scriba und Charly-Ann Cobdak in der Altstadt Galerie

Anmut gepaart mit Komik: Doppelschau zweier Künstlerinnen

Von unserer Mitarbeiterin Carina Heinrichs

Mainz. “Vernissage” singt die Künstlerin Nanette Scriba, als sie eben diese in der Altstadt Galerie Lehnert eröffnete. Die Sängerin und Künstlerin stellt gemeinsam mit Charly-Ann Cobdak unter dem Motto “Movimento” ihre Werke aus. Dabei können die Arbeiten der Künstlerinnen auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein. Die Bilder von Nanette Scriba stehen den “LowTech”-Instrumenten von Charly-Ann Cobdak gegenüber. „Das Thema der Bewegung verbindet die so unterschiedlich arbeitenden Künstlerinnen”, erklärt die Galeristin Gabriele Lehnert. Aus diesem Grund trägt die Ausstellung auch den Titel “Movimento”. Lehnert ergänzt: „Während Charly akribisch an ihren Objekten schraubt und feilt, arbeitet Nanette mit spitzem Pinsel, um eine Geste, einen Gesichtseindruck genau zu erfassen. Aber die Künstlichkeit der Pose und das Ablehnen einer bewussten Inszenierung findet sich als Thema in beiden Werken.”

Scriba hat sich von einem Aufenthalt auf der kapverdischen Insel Maio im Winter 2005 dazu inspirieren lassen, wieder den Pinsel in die Hand zu nehmen. Zuvor hatte Scriba sich vornehmlich der Musik gewidmet, und das mit Erfolg. Wenn sie malt, steht die Musik allerdings außen vor. „Ich arbeite lieber in der Stille”, sagt Scriba. Ihre Aquarelle und Acrylbilder strahlen eine unglaubliche Ruhe aus, und das, obwohl sie alle wie ein Schnappschuss Menschen in Aktion festhalten. So auch das Bild „mar eterno“.

“mar eterno”, welches unten zu sehen ist, vermittelt den Eindruck, als sei man selbst vor Ort. „Die Farben, die Ruhe, die Leute und deren natürliche Anmut faszinieren mich besonders”, sagt die Mainzerin. Diese Eindrücke zu vermitteln, ist ihr mit ihren neuen Bildern sichtbar gelungen.

Ganz andere Akzente setzt die Münchnerin Charly-Ann Cobdak. Sie stellt zum ersten Mal ihre “Low Tech”-Instrumente in der Altstadt Galerie aus. Darunter befinden sich so verheißungsvolle Instrumente wie die “Kindheitsmaschine” oder die “Inspirationsmaschine”. Viel Ironie und Komik beweist Cobdak mit ihrer “Kunstkritikermaschine”, einer Pappskulptur in Form eines älteren Herren, der vor einem Gemälde mit ein paar schwarzen Strichen steht. Durch ein Grammofon hört man seine völlig sinnentleerten Phrasen zur Beschreibung dieses Gemäldes. Für Cobdak war die Vernissage ein Erfolg, denn fast alle Maschinen funktionierten planmäßig. Es ist für die Künstlerin ein besonderes Hochgefühl, wenn sie die Idee einer Maschine tatsächlich in die Realität umsetzen kann. Diese teils sehr großen Werke beanspruchen natürlich auch Platz. „Wo andere ihre Couch haben, steht bei mir eine Zeitmaschine”, erklärt Cobdak lächelnd.

Bis zum 7. September in der Altstadt Galerie Lehnert in Mainz, Kirschgarten 9.

 

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