Nanette Scriba
Lyrikvertonungen
Nur mit ihrer Gitarre begibt sich Nanette Scriba auf ihrer LP gleichen Namens aufs Drahtseil der Balance zwischen Chanson-Tradition, klassischen Liedthemen, Zeitgeist und Harmonien außerhalb der üblichen Grundakkorde - und hat mehr Boden unter den Füßen als andere auf platter Erde. Glasklare, sehr modulationsfähige Stimme, überraschende melodische Wendungen, moderne, nie anbiedernde Texte und perfektes Französisch bei drei Liedern. Die Frau ist fast zu gut für eine große Karriere in der aktuellen Musiklandschaft.

MUSIKEXPRESS/SOUNDS

Sie ist jung und verteufelt hübsch, sie hat ein charmantes Mundwerk und kann schließlich auch noch fabelhaft singen... Daß sie zuviel im Kopf und in der Stimme hat, um in der keimfreien Herz-Schmerz-Logik mundgerechter Trällerliedchen nach fadenscheinigem Künstlerglück zu suchen, wird sogleich klar, wenn man hört, wie Nanette Scriba Chansons singt und Gedichte vertont. Da läßt sie neben französischen Balladen deutsche Lyrik von Ulla Hahn oder Volker von Törne mit gefühlstiefem Timbre in unerwartet hintersinnigen Farben schillern, tanzt auf frechen, frohen, frotzelnden Zeilen mit humorigem Zungenschlag herum, vermag aber auch gesellschaftskritischen Attacken Biß und Schärfe zu verleihen. Weder Pauken und Trompeten, noch Klavierdonner oder Flötentöne untermalen die Lieder. Klangvoller Zierrat würde nur ablenken von den Feinheiten im Melodieverlauf... Nanette Scriba, die ... aus dissonanzreichen Arpeggien, maschierenden Baßlinien und plötzlichen Zäsuren organische Spannungsbögen entwirft, verläßt sich allein auf einen sicheren musikalischen Instinkt, um die Feinheiten der Syntax treffsicher zu unterstreichen. Das findet man selten... (Es) gibt hierzulande allenfalls ein paar Liedermacher, die Gedichten mit dröhnender Stimme und grobem Gitarrengestammel zu Leibe rücken. Nanette gelingt es nicht nur, sich davon auf Grund sensibler Tonphantasien abzugrenzen, sie verfügt auch über ein sängerisches Naturtalent, mit dem sie sprachliche Stolpersteine mühelos aus dem Weg räumen kann... Schwebendes Vibrato, glockenhelle Koloraturen, zärtliche Schmeicheltöne, frivole Kiekser, elegisches Klagen - die Bandbreite der sängerischen Mittel verblüfft...

FAZ MAGAZIN

Den Zorn und die Verzweiflung über die Bösartigkeiten dieser Welt schlägt sie in leise, nur mit spröden harmonischen Wendungen irritierende Musik.

DIE ZEIT

Presse zur LP
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